Der deutsche Flughafenverband ADV (Arbeitsgemeinschaft Deutscher Verkehrsflughäfen) hat erneut seine Prognose für das Luftverkehrsaufkommen in diesem Jahr in Deutschland nach unten korrigiert. Sagte der Verband zuletzt ein Fluggastaufkommen an den Deutschen Verkehrsflughäfen für 2026 von 222 Millionen vorher, so geht die ADV nach ihrer neuesten Schätzung von nur noch 217 Millionen Passagieren aus. Das wäre gegenüber dem Jahr 2025 ein Rückgang des Passagieraufkommens von 1,4 Prozent.
Zwar nutzten im Juli 2026 21,75 Millionen Fluggäste die deutschen Airports und damit. 0,9 Prozent mehr als im Juli des Jahres 2025, aber im Vergleich zur Vor-Corona-Zeit fehlen nach ADV-Angaben weiterhin 12,1 Prozent der Passagiere und 17,5 Prozent der Flüge. Die Zahl der Flüge hat sich – und das gehört auch zur korrekten Analyse – auch dadurch verringert, dass die Fluggesellschaften vermehrt größere Flugzeuge einsetzen.
Kleines Plus im Juli gleicht die Verluste der anderen Monate nicht aus
Ralph Beisel, der Hauptgeschäftsführer des Flughafenverbandes ADV, kommentierte die Zahlen: „Das kleine Plus im Juli darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Luftverkehrsstandort Deutschland weiter auf der Stelle tritt. Unsere erneute Prognosekorrektur ist ein Warnsignal. Bereits zum zweiten Mal innerhalb von nur vier Monaten mussten die Erwartungen deutlich nach unten angepasst werden. Im Zuge des Iran-Krieges nahmen die Verkehrsexperten der Flughäfen bereits im April eine Überarbeitung der ADV-Jahresprognose vor. Gegenüber der Prognose vom April entspricht erfolgt nun eine weitere Absenkung der Jahresprognose um rund fünf Millionen Passagiere. Während sich der Luftverkehr in vielen europäischen Ländern dynamisch entwickelt, bleibt Deutschland zurück. Hohe staatliche Standortkosten und schwierige wirtschaftliche Rahmenbedingungen verhindern, dass Airlines zusätzliches Angebot an den deutschen Flughäfen aufbauen.“
Der Flughafenverband sieht neben geopolitischen Unsicherheiten und der schwachen Konjunktur insbesondere die im europäischen Vergleich hohen staatlichen Standortkosten in Deutschland als Hemmschuh für die Erholung des Luftverkehrs. Eine nachhaltige Erholung sei auch 2026 nicht in Sicht. Er fordert deshalb neben einer Senkung der staatlichen Standortkosten auch einen weiteren Abbau bürokratischer Belastungen sowie eine Luftverkehrspolitik, die die internationale Konnektivität Deutschlands gezielt stärke.
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