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ADV senkt seine Prognose für den Luftverkehr in Deutschland

Bereits zum zweiten Mal in diesem Jahr muss der Flughafenverband ADV seine Vorhersage für das Gesamtpassagieraufkommen in Deutschland in diesem Jahr senken. Das Aufkommen liegt noch weit unter dem Niveau des bisherigen Rekordjahres 2019.

26.08.2026

Der Flughafenverband ADV rechnet in Deutschland im Jahr 2026 mit einem leichten Rückgang des Passagieraufkommens. © Volker K. Thomalla

Der deutsche Flughafenverband ADV (Arbeitsgemeinschaft Deutscher Verkehrsflughäfen) hat erneut seine Prognose für das Luftverkehrsaufkommen in diesem Jahr in Deutschland nach unten korrigiert. Sagte der Verband zuletzt ein Fluggastaufkommen an den Deutschen Verkehrsflughäfen für 2026 von 222 Millionen vorher, so geht die ADV nach ihrer neuesten Schätzung von nur noch 217 Millionen Passagieren aus. Das wäre gegenüber dem Jahr 2025 ein Rückgang des Passagieraufkommens von 1,4 Prozent.

Zwar nutzten im Juli 2026 21,75 Millionen Fluggäste die deutschen Airports und damit.  0,9 Prozent mehr als im Juli des Jahres 2025, aber im Vergleich zur Vor-Corona-Zeit fehlen nach ADV-Angaben weiterhin 12,1 Prozent der Passagiere und 17,5 Prozent der Flüge. Die Zahl der Flüge hat sich – und das gehört auch zur korrekten Analyse – auch dadurch verringert, dass die Fluggesellschaften vermehrt größere Flugzeuge einsetzen.

Kleines Plus im Juli gleicht die Verluste der anderen Monate nicht aus

Ralph Bei­sel, der Haupt­ge­schäfts­füh­rer des Flug­ha­fen­ver­ban­des ADV, kommentierte die Zahlen: „Das kleine Plus im Juli darf nicht dar­über hin­weg­täu­schen, dass der Luft­ver­kehrs­stand­ort Deutsch­land wei­ter auf der Stelle tritt. Unsere erneute Pro­gno­se­kor­rek­tur ist ein Warn­si­gnal. Bereits zum zwei­ten Mal inner­halb von nur vier Mona­ten muss­ten die Erwar­tun­gen deut­lich nach unten ange­passt wer­den. Im Zuge des Iran-Krieges nah­men die Ver­kehrs­ex­per­ten der Flug­hä­fen bereits im April eine Über­ar­bei­tung der ADV-Jahresprognose vor. Gegen­über der Pro­gnose vom April ent­spricht erfolgt nun eine wei­tere Absen­kung der Jah­res­pro­gnose um rund fünf Mil­lio­nen Pas­sa­giere. Wäh­rend sich der Luft­ver­kehr in vie­len euro­päi­schen Län­dern dyna­misch ent­wi­ckelt, bleibt Deutsch­land zurück. Hohe staat­li­che Stand­ort­kos­ten und schwie­rige wirt­schaft­li­che Rah­men­be­din­gun­gen ver­hin­dern, dass Air­lines zusätz­li­ches Ange­bot an den deut­schen Flug­hä­fen auf­bauen.“

Der Flughafenverband sieht neben geo­po­li­ti­schen Unsi­cher­hei­ten und der schwa­chen Kon­junk­tur ins­be­son­dere die im euro­päi­schen Ver­gleich hohen staat­li­chen Stand­ort­kos­ten in Deutschland als Hemmschuh für die Erholung des Luftverkehrs. Eine nach­hal­tige Erho­lung sei auch 2026 nicht in Sicht. Er fordert deshalb neben einer Senkung der staatlichen Standortkosten auch einen weiteren Abbau bürokratischer Belastungen sowie eine Luftverkehrspolitik, die die internationale Konnektivität Deutschlands gezielt stärke.

 

 

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