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Bell Boeing hat die erste V-22 Osprey in Japan an die JGSDF übergeben

Die Japan Ground Self-Defense Force (JGSDF) hat nun ihre erste V-22B Osprey im eigenen Land übernommen. Sie will das senkrecht startende und landende Kipprotorflugzeug für eine Vielzahl von Missionsszenarien nutzen. Besatzungen und Techniker haben sich darauf beim US Marine Corps in den USA vorbereitet.

17.07.2020

Die japanischen Streitkräfte haben am 10. Juli 2020 ihr erstes Kipprotorflugzeug V-22 Osprey übernommen. © U.S. Marine Corps/Lauren Brune

Mit den japanischen Selbstverteidigungsstreitkräften (Japan Ground Self Defense Force) hat der erste Exportkunde für die Bell Boeing V-22 Osprey ein Exemplar des Kipprotorflugzeuges in seinem Heimatland übernommen. Am 10. Juli überführte eine Crew der JGSDF das Fluggerät von der Marince Corps Air Station Iwakuni in Japan zum japanischen Stützpunkt Camp Kisarazu südöstlich von Tokio. Der Hersteller hatte Anfang Mai dieses Jahres zwei V-22B zu dem US-Stützpunkt verschifft. Dort wurden sie für die Übergabe an die JGSDF vorbereitet.

V-22B Osprey der JGSDF

Das japanische Parlament hat die Beschaffung von 17 V-22B Osprey 2015 genehmigt und entsprechende Mittel in den Haushalt eingestellt. Im August 2017 hatte Bell Boeing die erste Osprey an die japanischen Streitkräfte übergeben. Diese blieb jedoch für das Besatzungs- und Technikertraining zusammen mit den drei weiteren, in der Folgezeit gelieferten Exemplaren in den USA auf der Marine Corps Air Station New River im US-Bundesstaat North Carolina.

Einsatz auf Hubschrauberträgern

Die JGSDF ist sehr zurückhaltend in der Kommunikation über ihre Kipprotorflugzeuge. Es ist bekannt, dass das Land die V-22 bei Spezialmissionen wie beispielsweise Befreiung von Geiseln oder Kommandomissionen sowie bei Katastrophenschutz-Einsätzen nutzen will. Dazu sollen sie zusammen mit F-35B Lightning II-Kampfflugzeugen auf den beiden Hubschrauberträgern  Izumo und Kaga stationiert werden. Die beiden Träger sind die größten Schiffe der japanischen Streitkräfte seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges und haben bei einer Länge von 248 Metern eine maximale Verdrängung von 27.000 Tonnen.

Aufgrund von Sicherheitsbedenken hatte es zunächst deutliche Proteste von Seiten der Bevölkerung gegen eine Stationierung der V-22 in Camp Kisarazu gegeben. Dort unterhalten die US Marines eine Basis für Depot-Maintenance des Musters, was den japanischen Streitkräften bei der Einführung des neuen Flugzeuges hilft.

Kurt Fuller, der Bell Boeing Programmdirektor für das Muster, sagte: „Ich gratuliere Japan, dass es der erste internationale Betreiber der Osprey geworden ist. Die Auslieferung der japanischen V-22 stellt für die japanische Regierung einen Meilenstein an revolutionären Fähigkeiten dar und ist ein Zeugnis unserer dauerhaften Freundschaft. Die Osprey wird Japan einen enormen Vorteil verschaffen, um auf ein breites Spektrum von Herausforderungen in der gesamten asiatisch-pazifischen Region reagieren zu können.“

Volker K. Thomalla

 

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Über Volker K. Thomalla

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Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er berichtet seit über 30 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla ist seit 2016 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

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