Die globale Luftfahrtindustrie hat sich selbst das Ziel gesteckt, bis 2050 klimaneutral zu werden. Dieses Ziel zu erreichen, ist eine große Herausforderung, denn bei der Nutzung von alternativen Flugzeugformen, alternativen Antrieben und / oder alternativen Treibstoffen muss die bestehende Infrastruktur an den Flughäfen angepasst beziehungsweise erst aufgebaut werden.
Die Industrie arbeitet an verschiedenen Lösungen. Die britische Billigfluggesellschaft easyJet hat jetzt in Kooperation mit dem Triebwerkshersteller Rolls-Royce eine Testreihe abgeschlossen, bei der Wasserstoff als Kraftstoff für einen modifizierten Pearl-15-Turbofan genutzt wurde. Die Versuche fanden in den vergangenen Monaten beim NASA Stennis Space Center in der Nähe von Bay St. Louis im US-Bundesstaat Mississippi statt. Sie waren der Höhepunkt eines auf vier Jahre angelegten Forschungsprogrammes, mit dem Rolls-Royce und easyJet sowie weitere Partner die Möglichkeit erforscht haben, Wasserstoff als Kraftstoff für die Luftfahrt zu nutzen.
Das Pearl 15 treibt die Bombardier-Langstreckenjets Global 5500 und Global 6500 an. Es wird von Rolls-Royce Deutschland in Dahlewitz hergestellt.
Für die Versuche beim NASA Stennis Space Center wurde ein Pearl-15-Turbofans modifiziert. © Rolls-Royce
Das Programm habe wertvolle Erkenntnisse über Wasserstoffverbrennung, Kraftstoffsysteme und Motorenintegration geliefert und das Potenzial zukünftiger wasserstoffbetriebener Flugzeuge zur deutlichen Reduzierung der Kohlenstoffemissionen im europäischen und britischen Luftverkehr unterstrichen, teilte easyJet mit. Gleichzeitig ergänze es die Initiative für nachhaltige Flugkraftstoffe und unterstützteso das zukünftige Wachstum.
Stufenweiser Ansatz bei den Tests
Adam Newman, der Chefingenieur des Wasserstoff-Demonstrationsprogramms bei Rolls-Royce, sagte: „Dieses Programm hat uns das branchenweit klarste Verständnis des Verhaltens von Wasserstoff in einer modernen Flugzeuggasturbine vermittelt. Durch einen kollaborativen, stufenweisen Testansatz haben wir Verbrennungs-, Kraftstoff- und Steuerungssystemtechnologien validiert und die sichere Verwendung von Wasserstoff in den Bereichen Konstruktion, Inbetriebnahme, Wartung und Prüfung demonstriert.
Wir haben ein breites Spektrum an Betriebsbedingungen, einschließlich Fehlerszenarien, untersucht und den Betrieb mit maximaler Leistung über einen kompletten Flugzyklus hinweg ermöglicht. Die zügige Umsetzung war entscheidend, und die gewonnenen Erkenntnisse, von denen viele kraftstoffunabhängig sind, werden nun in unsere zukünftigen Programme, einschließlich UltraFan, einfließen. Dies bestärkt uns in der Überzeugung, dass die Gasturbine auch in Zukunft eine führende Rolle in der nachhaltigen Luftfahrt spielen wird.“
Volker K. Thomalla
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