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Universität aus Singapur testet ihre eVTOLs beim DLR in Cochstedt

Die Spezialisten des DLR für Unbemannte Luftfahrtsysteme hatten einen Monat lang ein Team der Nanyang University (NTU) aus Singapur in Cochstedt zu Gast. Dort testeten die Gäste zwei eVTOL-Prototypen, die in Singapur entwickelt und gebaut wurden.

26.08.2026

Der unbemannte Prototyp des eVTOL der Nanyang Technological University aus Singapur wurde in Cochstedt getestet. Er hat eine Spannweite von 8 Metern. © NTU

Ein Team der Nanyang Technologoical University (NTU) aus Singapur hat einen Monat lang beim Nationalen Erprobungsznetrum für Unbemannte Luftfahrtsysteme des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Cochstedt den Prototyp seines eVTOL-Fluggeräts getestet. Bei dem Fluggerät handelt es sich nach Angaben der NTU um das erste elektrisch angetriebene eVTOL-Fluggerät, welches in dem südostasiatischen Stadtstaat entwickelt und gebaut wurde.

Die Prototypen des eVTOL sind aber rein als Technologieträger ausgelegt und nicht dafür gedacht, Fracht oder Menschen zu transportieren. Die NTU hat zwei Prototypen gebaut, einen mit einer Spannweite von 8 Metern und einen mit einer Spannweite von 3 Metern. Der Prototyp mit 8 Metern Spannweite erreichte bei den Tests eine Flughöhe von 90 Metern, während das kleinere Fluggerät eine Geschwindigkeit von 120 km/h schaffte. Die eVTOL-Prototypen wurden während ihrer Tests in Cochstedt ferngesteuert geflogen. Dabei wurde die Kontrolle über das Fluggerät während der Flüge auch von einem Bediener zu einem anderen übergeben.

Das Team der Nanyang Technological University aus Singapur beim DLR in Cochstedt. © NTU

Die eVTOLs der NTU nutzen elektrisch angetriebene Hubrotoren an den Tragflächen, um senkrecht zu starten und zu schweben. Sobald das Fluggerät an Vorwärtsgeschwindigkeit gewinnt, erzeugen die Tragflächen zunehmend Auftrieb, während ein Heckpropeller für Vortrieb sorgt, sodass das Fluggerät wie ein herkömmliches Flugzeug fliegen kann.

Tragflächen liefern im Vorwärtsflug Auftrieb

Dieser Flugmodus ermöglicht einen effizienten Flug über große Distanzen unter Nutzung der Energie nur eines Motors – im Gegensatz zu herkömmlichen eVTOLs, die für Schwebeflug und Fortbewegung bis zu acht Rotoren einsetzen können, so die NTU.

Der Übergang zwischen diesen Flugzuständen stelle eine zentrale technische Herausforderung dar. Das Flugsteuerungssystem müsse kontinuierlich die Veränderungen bei Antrieb, aerodynamischen Kräften und Flugstabilität regeln, während das Fluggerät vom rotorgestützten Schwebeflug in den tragflächengestützten Flug übergeht, so die Universität. Die während der Tests in Cochstedt gewonnenen Daten werden nun in Singapur ausgewertet und fließen in die Entwicklung weiterer eVTOLs ein.

Professor James Wang, der Leiter des eVTOL Research and Innovation Centre an der School of Mechanical and Aerospace Engineering der NTU, sagte: „Dies ist eine historische Leistung für ein Flugzeug, das in Singapur entworfen, konstruiert und gebaut wurde. Das Erreichen dieser Flughöhen sowie der Übergang vom Schwebeflug in den Vorwärtsflug markieren einen neuen Meilenstein für in Singapur hergestellte Elektroflugzeuge. Es ist ein wunderbares Geburtstagsgeschenk für Singapur anlässlich des 61. Jahrestags seiner Unabhängigkeit.“

Singapur feiert jeweils am 9. August die Unabhängigkeit von Malaysia.

Volker K. Thomalla

 

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Über Volker K. Thomalla

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Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er wurde 2021 mit dem Aerospace Media Award (Kategorie Business Aviation) ausgezeichnet. Er berichtet seit 40 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla war zwischen 2016 und 2020 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

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