Homepage » Militär - news » Die erste F-16 Block 70 ist geflogen

Der Bau eines neuen Werks für die F-16-Fertigung in Greenville hat sich für Lockheed Martin gelohnt: Dem Hersteller liegen Aufträge für fast 150 Fighter des Baustandards Block 70/72 vor. Nun hat die erste F-16 Block 70 in Greenville ihren Erstflug absolviert.

25.01.2023

Am 24. Januar 2023 flog die erste F-16 Block 70 zum ersten Mal. © Lockheed Martin

Gestern um 09.17 Uhr Ortszeit startete die erste F-16 des Baustandards Block 70 vom Flugplatz in Greenville im US-Bundesstaat South Carolina zu ihrem Erstflug. Die aus den Testpiloten Dwayne „Pro“ Opella und Monessa „Siren“ Balzhiser bestehende Crew prüfte auf dem rund 50 Minuten dauernden Flug die grundlegenden Flugeigenschaften des Fighters und führte erste Systemtests durch, bevor sie wieder in Greenville landete.

Die F-16 des Baustandards Block 70 unterscheiden sich von ihren Vorgängerversionen nicht nur durch die verlängerte garantierte strukturelle Lebensdauer von 12.000 Stunden, sondern vor allem durch neue Systeme und Fähigkeiten wie das Northrop Grumman AGP-83-Radar mit elektronischer Strahlschwenkung (AESA), das über eine höhere Reichweite verfügt, neue Cockpitdisplays, einen neuer Missionscomputer von Raytheon, ein Bodenannäherungs-Warnsystem sowie ein neues Link 16-Datenverbindungssystem. Die Flugzeuge für den Erstkunden, die Royal Bahraini Air Force, sind mit Conformal Fuel Tanks auf der Rumpfoberseite versehen.

Der erste Flug der F-16 Block 70 dauerte rund 50 Minuten. © Lockheed Martin

Nach Abschluss der Flugerprobung wird die F-16 an Bahrain geliefert werden. Das Königreich hatte 2018 insgesamt 16 Exemplare in Auftrag gegeben. Nach Angaben von Lockheed Martin stehen derzeit Bestellungen für die F-16 Block 70/72 von sechs Ländern in den Auftragsbüchern. Zusätzlich zum derzeitigen Auftragsbestand von 128 F-16 Block 70/72 hat Jordanien im vergangenen Jahr ebenfalls eine Angebots- und Annahmeerklärung (LOA) für acht Jets unterzeichnet und in der vergangenen Woche eine neue LOA für vier weitere Jets unterzeichnet. Bulgarien hat ebenfalls ein LOA für weitere acht Jets für seine Flotte unterzeichnet. Sobald die Verhandlungen abgeschlossen sind, wird sich der Auftragsbestand auf 148 erhöhen.

Eröffnung des Werks in Greenville im April 2019

Lockheed Martin hatte nach 45 Jahren die Serienfertigung der F-16 im Werk in Fort Worth, Texas, 2017 auslaufen lassen, um dort Platz für die Produktion der F-35A Lightning II zu schaffen. Um die noch ausstehenden Aufträge – und die noch zu erwartenden – abzuarbeiten, hat der Hersteller ein neues Werk für die F-16-Produktion in Greenville gebaut, das im April 2019 eingeweiht wurde. Neben der Produktion der F-16 Block 70/72 findet im dortigen Werk auch die Depot-Maintenance für die F-16 der United States Air Force (USAF) statt.

Volker K. Thomalla

 

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