Beim heutigen NATO-Gipfel in Ankara in der Türkei hat NATO-Generalsekretär Mark Rutte mitgeteilt, dass elf NATO-Länder gemeinsam zehn Aufklärungs- und Frühwarnflugzeuge des Typs Saab GlobalEye beschaffen werden. Neben Deutschland beteiligen sich an der Beschaffung die Niederlande, Belgien, Dänemark, Kanada, Luxemburg, Norwegen, Lettland, Litauen, Rumänien und Schweden. Die Saab GlobalEye werden die heute genutzten Boeing E-3A AWACS ersetzen und sollen auf dem Stützpunkt Geilenkirchen an der deutsch-niederländischen Grenze stationiert werden. Bis 2035 sollen die GlobalEye einsatzbereit sein. Bislang gibt es aber noch keinen Vertrag mit dem Hersteller.
Ursprünglich, im November 2023, hatte die NATO die Beschaffung von sechs Boeing E-7A Wedgetail als Nachfolgemuster für die E-3A AWACS beschlossen. AeroBuzz hatte darüber berichtet. Allerdings hatten sich die Vereinigten Staaten aus dem Projekt zurückgezogen, so dass ein alternatives Muster gefunden werden musste. Deutschland wird einen Großteil der Mittel für die Beschaffung der neuen Flugzeuge beitragen. Im Haushaltsentwurf der Bundesregierung sind für den Zeitraum 2028 bis 2034 rund drei Milliarden Euro eingestellt.
Europäische Lösung gefunden
Der niederländische Verteidigungs-Staatssekretär Derk Boswijk sagte: „Die Einführung dieser neuen, leiseren Flugzeuge ist für die Niederlande von besonderer Bedeutung, da sie dazu beitragen, die Lärmbelastung für die Anwohner zu verringern. Ein zusätzlicher Pluspunkt ist, dass sie größtenteils in Europa hergestellt werden.“
Die Frühwarnflugzeuge E-3A AWACS der NATO sind betagte Veteranen und stehen schon seit über 40 Jahren im Einsatz. © V. K. Thomalla
Saab GlobalEye nutzt als Plattform den Geschäftsreisejet Bombardier Global 6000 beziehungsweise dessen modernste Variante Global 6500. Letzter wird von zwei Rolls-Royce Pearl-15-Triebwerken von Rolls-Royce Deutschland angetrieben. Dank des Erieye-Radars kann das System nicht nur Lufträume überwachen, sondern auch Seeräume und Bedrohungen in kurzer Zeit identifizieren. Dank eines modernen Führungs- und Leitsystems an Bord können von den Flugzeugen aus schnell Entscheidungen gefällt und kommuniziert werden.
Erstkunde für das GlobalEye-System waren die Vereinigten Arabischen Emirate, die ihr erstes Exemplar im Frühjahr 2020 erhielten. Auch Schweden und Frankreich haben sich bereits für die Beschaffung des Systems entschieden.
Volker K. Thomalla
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