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Die erste G700 mit komplettem Interieur ist geflogen

Gestern ist in Savannah die erste Gulfstream G700 mit einer komplett ausgerüsteten Kabine zu ihrem Erstflug gestartet. Auf das Flugzeug wartet ein umfangreiches Testprogramm, in dem nicht nur die Kabinenfunktionen geprüft werden, sondern auch die Zuverlässigkeit der Kabinensysteme nachgewiesen werden soll, damit die Kunden ein ausgereiftes Flugzeug geliefert bekommen.

16.04.2021

Die sechste Gulfstream G700 ist am 15. April 2021 zum ersten Mal geflogen. Sie ist das erste Exemplar dieses Typs mit einer kompletten Kabinenausstattung. © Gulfstream Aerospace

Gulfstream Aerospace hat einen wichtigen Meilenstein im Programm seines neuen Flaggschiffs, des Ultralangstreckenjets G700, erreicht: Gestern flog die sechste G700 zum ersten Mal. Bei diesem Flugzeug (Kennzeichen: G706GD) handelt es sich um die erste G700 mit einem kompletten Interieur. Der von zwei Rolls-Royce Pearl 700 angetriebene Business Jet wird die anderen fünf fliegenden G700 bei der Flugerprobung und bei den für die Zulassung notwendigen Nachweisflügen ergänzen.

Gulfstream G700

Der Schwerpunkt der Testaktivitäten dieses Flugzeugs liegt auf der Kabine. Die Flugtestabteilung des Herstellers hat einen Katalog mit 15.500 abzuarbeitenden Testpunkten für dieses Flugzeug erstellt. Damit testen die Ingenieure nicht nur die Funktionsfähigkeit des Interieurs und der Systeme und prüfen ihre Kompatibilität mit den anderen Flugzeugsystemen für die Zulassung, sondern stellen durch die umfangreichen Prüfpunkte auch die Zuverlässigkeit der Kabine und ihrer Systeme sicher, damit die Kunden von Beginn an ein ausgereiftes Flugzeug erhalten.

Die N706GD startete gestern vom Savannah/Hilton Head International Airport im US-Bundesstaat Georgia und blieb drei Stunden und 36 Minuten in der Luft. Während ihres Jungfernfluges stieg die Crew mit dem Jet auf eine Höhe von 48.000 Fuß (14.630 Meter) und beschleunigte die G700 auf eine maximale Geschwindigkeit von Mach 0.935.

Mark Burns, der Präsident von Gulfstream Aerospace, kommentierte den ersten Flug der sechsten G700 mit den Worten: „Der Flug eines vollständig ausgestatteten Flugzeugs ist ein bedeutender Fortschritt im G700-Flugtestprogramm. Das Interieur der G700 legt die Messlatte für Kabineninnovation und -individualisierung höher. Sie bietet mehr Platz als je zuvor für die von Gulfstream präzise gefertigte Einrichtung, mehr Möglichkeiten zur individuellen Gestaltung und mehr Technologie zur Optimierung von Gesundheit, Sicherheit und dem Wohlbefinden der Passagiere.“

Die G700 ist das Flaggschiff des Herstellers

Die G700 ist das größte Flugzeug von Gulfstream Aerospace. Ihre Kabine kann in bis zu fünf Kabinenzonen unterteilt werden. Die Möglichkeiten zur individuellen Ausstattung der G700 sind breit gefächert. Eine Ultragalley mit über drei Metern Länge, ein Konferenz- und Essbereich für bis zu sechs Personen, ein State Room, eine Dusche und andere Optionen lassen keine Wünsche übrig. Das gilt auch für die Kabinensysteme. WiFi an Bord und eine Internetverbindung mit hoher Bandbreite sind gesetzt.

Die Crew findet im Cockpit die modernste Version des Symmetry Flight Deck mit Touchscreen-Displays und Active Sidesticks vor. Die Sidesticks sind miteinander gekoppelt, so dass jedes der beiden Besatzungsmitglieder fühlt, welche Steuereingaben das jeweils andere Crewmitglied vornimmt. Weitere Cockpitsysteme sind das Gulfstream Predictive Landing Performance System, das vor der Landung präzise berechnet, welche Landestrecke die G700 unter den herrschenden Bedingungen benötigt, ein Enhanced Flight Vision System, ein Synthetic Vision System sowie Head-up-Displays für beide Piloten.

Gulfstream hatte die G700 im Oktober 2019 offiziell gelauncht. Sie bietet ihren künftigen Nutzern eine Reichweite von 7.500 nautischen Meilen, umgerechnet 13.890 Kilometer bei einer Reisegeschwindigkeit von Mach 0.85, beziehungsweise 6.400 nautische Meilen (11.853 Kilometer) bei Mach 0.90. Der Hersteller will die erste G700 im nächsten Jahr an einen Kunden ausliefern.

Volker K. Thomalla

 

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Über Volker K. Thomalla

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Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er berichtet seit über 30 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla ist seit 2016 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

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