Der nach seiner Übernahme durch Diamond Aircraft Industries wieder erstarkte eVTOL-Hersteller Volocopter aus Bruchsal hat auf der AERO in Friedrichshafen das neueste Modell seiner Produktpalette vorgestellt, den VoloXPro. Das zweisitzige eVTOL-Flugtaxi wird von 18 Elektromotoren angetrieben, die jeweils einen Rotor oberhalb des für Volocopter typischen Rings antreiben. Bei der Vorstellung des VoloXPro sagte der Volocopter-Technik-Vorstand (CTO) David Bausek: „Mit dem ultraleichten VoloXPro wird der elektrische Multikopter, der den Sicherheitsstandard eines Passagierflugzeugs erreicht – zum Preis eines Luxuswagens –, für Privatkunden und gewerbliche Betreiber Realität. Dank des Fly-by-Wire-Steuerungssystems ist das Fliegen einfacher denn je, und das alles geräuscharm und emissionsfrei.“
Auf dem Stand von Volocopter konnten die Besucher noch keinen VoloXPro sehen, sondern das größere eVTOL-Flugtaxi VoloCity, da der erste seriennahe Prototyp des neuen Musters gerade in Bruchsal in der Fertigung steht. Im September dieses Jahres soll der Prototyp fliegen, mit dem Erreichen der Musterzulassung (als UL) in Deutschland rechnet der Hersteller bereits vor Ende dieses Jahres. Parallel dazu betreibt Volocopter die Zulassung in anderen europäischen Ländern.
Zulassung noch in diesem Jahr angestrebt
Dieses Tempo bei der Zulassung kann das Unternehmen erreichen, da es viele Systeme bereits in anderen Prototypen geflogen hat und deswegen über eine Vielzahl von Daten und Nachweisen verfügt. Insgesamt hat Volocopter, so David Bausek, bereits über 2.500 Flüge mit verschiedenen Prototypen gesammelt. Damit ist das eVTOL das Fluggerät seiner Art in Europa mit den meisten Flügen, so das Unternehmen.
VoloXPro wird batterie-elektrisch agetrieben und kommt auf eine Reisegeschwindigkeit von 70 km/h. Die maximale Abflugmasse liegt bei 600 Kilogramm, die Zuladung bei 154 Kilogramm. Die Reichweite liegt aber nur bei 40 Kilometern mit der heutigen Batterietechnologie. Auf die Frage von AeroBuzz nach dem Potenzial für eine Erhöhung dieser Reichweite antwortete David Bausek, dass mit der nächsten Batteriegeneration, die wahrscheinlich schon im nächsten Jahr zur Verfügung stehen werde, die Reichweite um bis zu 25 Prozent steigen würde. Eine Umstieg von einer Batteriegeneration auf die nächste sei aber im Rahmen einer Routine-Inspektion einfach möglich.
Damit kommt der VoloXPro trotzdem nur auf eine Reichweite von 50 Kilometer, was nur Flüge in der allernächsten Umgebung erlaubt. Bausek hobt hervor, dass der VoloXPro sehr niedrige Betriebskosten haben werde. Die Beschaffungskosten liegen im Bereich von 490.000 Euro. Neben Privatpiloten, die als Pioniere die nächste Generation von Fluggeräten bewegen wollen, sieht Volocopter auch Anbieter von Sightseeing-Flügen, Flugschulen und andere gewerbliche Betreiber als Marktpotenzial.
Volker K. Thomalla
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