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Erfolgreicher Erstflug der vierten Gulfstream G700

Das Flugerprobungsprogramm von Gulfstreams neuem Flaggschiff, der G700, macht Fortschritte: Gestern ist das vierte Exemplar des Ultralangstreckenjets zum ersten Mal geflogen. Insgesamt will der Hersteller fünf Testflugzeuge einsetzen, um die Erprobung abzuschließen und die Zulassung zu erreichen.

3.10.2020

Am 2. Oktober ist das vierte Exemplar der Gulfstream G700 in Savannah zu seinem Erstflug gestartet. © Gulfstream Aerospace

Gestern ist das vierte Testflugzeug des Ultralangstrecken-Business-Jets G700 von Gulfstream Aerospace in Savanna im US-Bundesstaat Georgia zu seinem ersten Flug gestartet. Das Flugzeug ergänzt die Testflotte, die im Rahmen der Flugerprobung und der Nachweisflüge für die Zulassung bereits über 600 Stunden in der Luft war.

Die Testbesatzung stieg mit der vierten G700 bei ihrem Jungfernflug auf eine Höhe von 41.000 Fuß (12.497 Meter) und beschleunigte den von zwei Rolls-Royce Pearl 700-Turbofans angetriebenen Jet auf eine Geschwindigkeit von Mach 0.89.

Gulfstream G700

Der Hersteller plant, insgesamt fünf Flugzeuge in die Erprobung einzubinden. Die Aufgabe der vierten G700 besteht hauptsächlich darin, die Avionik, das Druckkabinensystem, das elektrische System und die Hydraulik zu erproben.

Gulfstream hatte sein neues Flaggschiff auf der Geschäftsluftfahrtmesse NBAA-BACE im letzten Jahr in Las Vegas vorgestellt. Der Prototyp der G700 war am 14. Februar 2020 erstmalig geflogen, am 20. März hatte die zweite G700 zum Erstflug abgehoben. Am 8. Mai dieses Jahres stieß das dritte Exemplar der G700 zur Testflotte.

Vier Erstflüge in acht Monaten

Mark Burns, der Präsident von Gulfstream Aerospace, sagte nach dem Erstflug des vierten Exemplares: „Dies ist der vierte Erstflug innerhalb von nur acht Monaten, und das ist eine wirklich beeindruckende Leistung. Ich habe es schon früher gesagt: Was Gulfstream auszeichnet, ist, dass wir sicherstellen, dass unsere Flugzeuge bei der Zulassung ausgereift sind, so dass unsere Kunden wissen, dass das, was wir liefern, sicher und zuverlässig ist und ihre Erwartungen übertreffen wird.“

Die G700 bietet ihren künftigen Nutzern eine Reichweite von 7.500 nautischen Meilen (13.890 Kilometer) bei einer Reisegeschwindigkeit von Mach 0.85, beziehungsweise 6.400 nautische Meilen (11.853 Kilometer) bei Mach 0.90. Die G700 verfügt über die breiteste, längste und höchste Kabine aller Business Jets.

Die Liste der Zulieferer für die G700 umfasst viele internationale Unternehmen. Die Antriebe des Typs Pearl 700 liefert Rolls-Royce Deutschland, Safran Nacelles produziert die Triebwerksverkleidungen. Die Winglets stammen von Daher aus Frankreich, GKN ­ Fokker Aerostructures baut die Ruderflächen, während Thales Avionics aus Kanada die Computer des Flugführungssystems liefert.

Schon während der NBAA-BACE, auf der die G700 vorgestellt wurde, unterschrieben mit Qatar Executive und dem Fractional-Ownership-Unternehmen Flexjet gleich zwei Unternehmen Kaufverträge für das neue Muster. Qatar Executive hat zehn Exemplare in Auftrag gegeben, Flexjet hat eine Bestellung für 16 G700 unterschrieben. Mit der Auslieferung der ersten Exemplare an die Erstkunden rechnet Gulfstream für das Jahr 2022.

Volker K. Thomalla

 

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Über Volker K. Thomalla

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Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er berichtet seit über 30 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla ist seit 2016 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

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